
Luxus-Wissen - Nach verschiedenen Weinbüchern hat mich dieses Buch nicht mehr wirklich aus den Socken gehauen. Ich habe zwar noch zwei oder drei Kleinigkeiten gelernt, aber für knapp 15 Euro und einen Nachmittag Lektüre teuer bezahlt. Der Humor hält sich auch in Grenzen. Damit will ich nicht sagen das es nicht lesenswert ist, aber ich falle wohl inzwischen aus der Zielgruppe heraus. Zielgruppe ist meiner Meinung nach jeder, der meint über Wein Bescheid zu wissen, dieses Wissen aber nur auf das schmale Fundament der Volksweisheiten stellt. Eines ist aber nicht erst nach diesem Buch klar: Es gibt nicht viele Dinge bei denen man als gefühlter Fachmann so daneben liegen kann wie beim Wein.
Weizen und Spreu unterscheiden... - Ich kann mich ja einfach an das hängen was die Vorschreiber zum Besten gaben.. soll heißen lasse ich alles so stehen!!! Ergänzend zu den Vorschreibern möchte ich aber erwähnen, dass es bei mir, nach dieser Lektüre, an der Zeit ist einigen mir bekannten Händlern und Winzern meine besondere Anerkennung auszudrücken! Auch freue ich mich darauf, in kurzen, knappen Sätzen, den in allen Kreisen bekannten Allwissenden den Wind aus den Segeln nehmen zu können. War schön zu lesen, wenngleich ich hier und da gerne etwas mehr geschmunzelt hätte, was aber zu lasten der Ernsthaftigkeit hätte gehen können.
In vino veritas? Wer glaubt, wird selig ... - Der wohl bekannteste, berühmteste und meistzitierte Ausspruch über Wein. Im Wein liegt Wahrheit ... und das ist schon mal der größte Irrtum von allen. Daher dieses Buch, so der Autor.Ganz nüchtern räumt Frank Kämmer, Deutschland erster Master-Sommelier, mit den Legenden auf, die sich rund um das Getränk Wein ranken. Auch dann, wenn man bisher immer felsenfest geglaubt hat, man sei doch ein Connaisseur in Sachen Wein , stolpert man von Seite zu Seite über all die Vorurteile, die in unseren Köpfen gespeichert sind. Jedes(!) Klischee wird hier mit feiner Ironie auf s Korn genommen. Mal ehrlich: Wer von uns kennt sie nicht - die Leute, die auf jeder Einladung mit dem Glas in der Hand über die Vorzüge bestimmter Jahrgänge schwadronieren, einen vorwurfsvollen Blick auf den Weißwein zum Käse werfen und sich schließlich in ewig langen Plädoyers gegen den Schraubverschluss vergessen? Alles Quatsch, sagt Frank Kämmer und erklärt, warum. Und wie er es erklärt, ist ein echter Genuß!Am Ende des Buches präsentiert der Autor schließlich noch eine Liste der 10 Irrtümer beim Weinkauf. Stecken Sie sich diese Liste gleich ins Portemonnaie. Der erste Irrtum vieler ist es, der wahrem Weingenuss meistens im Weg steht: Teurer Wein muss einfach gut sein. Wer daran glaubt, hat schon verloren. Denn Weingenuss hat immer auch etwas mit Experimentierfreude zu tun, sagt Frank Kämmer. Und sein kleines Lexikon ist ein guter Anfang.Hören Sie nie wieder auf Empfehlung der wird immer gern genommen:Dieser Spruch sagt eigentlich, jeder kriegt hier das gleiche, individuelle Wünsche spielen keine Rolle. Waren Sie bisher der Meinung, auf den Jahrgang kommt es an? Unsinn, auf den Erzeuger kommt es an, denn der kreiert den Wein - in guten wie in schlechten Jahren. Oder gehören Sie zu denen, die behaupten, Französische und Italienische Weine sind besser als Deutsche? Deutsche Spitzenweine finden sich längst unter den großen Tropfen der Welt. Greifen Sie im Zweifel zu Prosecco? Die Trend-Brause aus dem Veneto hat endgültig ausgedient. Neue-Welt-Weine sind Industrie-Weine? Auch so ein Marketing-Mythos für die handwerklichen europäischen Weine. Massenweise gibt es drüben genauso wie hier. Glauben Sie auch, Preismünzen bürgen immer für Qualität? Da sie geradezu inflationär vergeben werden, haben sie an Aussagekraft verloren. Und noch so ein Irrtum: Hoch gepriesener Wein schmeckt immer gut: Punkte, Noten und Bewertungen können zwar ein Anhaltspunkt sein, aber letztendlich entscheidet doch der eigene Geschmack und nichts Anderes. Zu einem wirklich fairen Preis bekommen Sie mit diesem Buch schon fast eine Art Unterhaltungsroman, in dem jeder gerne blättert, viel schmunzelt und sich - manchmal zu Recht - auf den Schlips getreten fühlt. Ein Buch, das man vom Anfang bis zum Ende in einem durchliest oder irgendwo schnell mal aufschlägt und sich schon wieder festliest.Ein ideales Geschenk für jeden, der einen guten Tropfen mag.Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass ich den Einband edel finde? Nein? Ja, dann hole ich das jetzt nach.
wein-Irrtümer - Selten habe ich ein Weinbuch gelesen ,dass in seiner Sprache so prägnant ,kurz und zutreffend allgemeine Fragen zum Wein beantwortet wie Frank Kämmer in Wein-Irrtümer .Selbst als alter Wein-Hase war ich überrascht über die Irrtümer ,die wir wohl alle noch glauben,was das Thema Wein angeht. Viele Fragen ,so z.B. ..Bier auf Wein.. das lasse sein beantwortet der Autor mit kurzer prägnanten Information ,widerlegt den Irrglauben und verweist die wissenschaftlich nicht belegte Meinung lustig in den Bereich der Fabel.Ein Muss für Weinliebhaber ,die über manche Aufklärung auch Augen machen werden.
Sobald man spricht, beginnt man schon zu irren! Goethe - Der Sommelier Frank Kämmer räumt in diesem Buch mit unzähligen Wein-Irrtümern auf! Dass Weine im Alter besser werden und in der Jugend nur dann gut sind, wenn sie heftig und dauernd von der Sonne bestrahlt worden sind ,scheinen Gerüchte zu sein. Unhaltbar ist der Glaube, dass Rotwein generell älter wird als Weißwein. Frank Kämmer macht den Leser mit mancherlei biochemischem Hintergrundswissen vertraut . Er beweist, das derjenige sich irrt, der behauptet böse Winzer schütten Zucker in den Most und verdeutlicht in diesem Zusammenhang , was man unter dem Begriff Chaptalisation zu verstehen hat. Er räumt mit dem Vorurteil auf, dass Champagner immer leckerer schmeckt als Sekt und verweist in der Folge auf hochkultivierte Winzersekte, die im Vergleich zum derzeit vielgelobten Aldi-Champagner bei Verkostungen nicht grundlos besser abschneiden. Salz löst, entgegen anderer Behauptungen, keine Rotweinflecken und deutsche Weine sind durchaus nicht sauer. Kämmer erklärt die Harmonie zwischen Speis und Trank und räumt auch hier mit wilden Vorurteilen und Fehlannahmen auf. Die Öchslegrade sind ein Thema für den Autor und er zerpflückt die These , dass nur Billigweine einen Schraubverschluss haben. Wer glaubt, dass auf fruchtbaren Böden die besten Weine gedeihen, irrt ebenso, wie derjenige der behauptet ein Hochgewächs wachse nur in Höhenlagen. Auch irrt, wer glaubt, dass man zu Käse nur Rotwein trinken kann. Lassen wir den Sommelier zu Wort kommen: Einige Käsesorten haben sich sogar als ausgeprochene Rotweinkiller erwiesen - eine Tatsache, die sicher jeder bestätigen wird, der zum Beispiel einmal einen reifen elsässischen Münster mit einem Rotwein kombiniert hat. Das hinterlässt nämlich einen geradezu widerlich, bitteren Nachgeschmack nach schlecht gelüftetem Kuhstall auf der Zunge.Wie man sieht, schreibt der Autor sehr plastisch und unverkünstelt, so dass jeder Weintrinker, sofern ihn nicht charakterbedingte Ignoranz und Renitenz daran hindern, leicht seine bisherigen Vorurteile und Meinungen zum Thema Wein revidieren kann. Dazulernen heisst das Motto und nicht den Kopf in den Sand stecken!Interessant und kurzweilig zu lesen!